stringing pearls 2011
Mit der Ölmalerei setzt Angela Lyn ihr Können ein, um die traditionsreichen westlichen und fernöstlichen Ausdrucksformen der Malerei zu vereinen. Ihre grossen, intensiv beobachteten Landschaften spiegeln das Reale und Surreale, erforschen aber auch die Geographie des Unbewussten. Ihre kleinen, fein und präzis ausgeführten Stillleben hingegen verweben ihren vielseitigen kulturellen Hintergrund, sie sollen uns die unmittelbare Erfahrung des Betrachtens vermitteln. Angela Lyn arbeitet an einem Bild so lange, bis sie es sozusagen „atmen“ hört – in einer ruhigen Konzentration meditiert sie über das Thema. Das macht ihre Bilder still und nahezu ätherisch. Die Künstlerin arbeitet in thematischen Zyklen, die in verschiedenen Formaten und Ausführungen ihre Ideen und Vorstellungen ausdrücken. Ihr bevorzugtes Medium ist die Malerei. Gelegentlich drückt sie sich jedoch auch in anderen Medien aus (Installationen, Bronzegüssen und textilen Arbeiten).
Ihr vielschichtiger kultureller Hintergrund und die Erfahrung, mit einem autistischen Bruder aufzuwachsen, haben sie tief beeinflusst. Ihr Werk ist aber nicht ein Zufluchtsort, um sich vom Leid der Welt zu erholen, sondern eher ein Kultraum, den sie sich selbst geschaffen hat. Dieser Raum lädt uns, die Betrachter, zum Verweilen ein.
Der Ausstellungstitel bezieht sich auf verschiedene Facetten des Umgangs mit Perlen: auf die feine, filigrane Finger- und Augenfertigkeit, Perlen auf einer Schnur aneinanderzureihen, – eine Analogie auf das Zusammenfügen von Erlebtem und Geträumtem im kostbaren Glanz der Perlen.